KI Lunch & Learn: Diesmal ging es um UX
Fünf Themen, ein roter Faden: Beim KI Lunch & Learn bei NETNODE ging es diesmal weniger um Modelle und mehr um UX. Coding-Agenten vom Handy steuern, Agent Personas in Kraftwerk, ein Laptop-Inventar, die UX von my.netnode.ch und interaktive Statistik.

Und wieder heisst es KI Lunch & Learn bei NETNODE. Fünf Themen lagen auf dem Tisch. Auffällig: Es ging diesmal weniger um Modelle und Prompts, sondern darum, wie wir mit KI-Agenten arbeiten. Wer bedient wen, von wo aus, und wie muss das Interface dafür aussehen?
Inhalt
- Yannick: Coding-Agenten vom Handy aus steuern
- Lukas: Kraftwerk und die Agent Persona
- Tobi: Laptop-Inventar als kleine Web-App
- Stefan: Die UX von my.netnode.ch
- Michi: Statistik, die man anfassen kann
- Fazit
- Referenzen
Yannick: Coding-Agenten vom Handy aus steuern
Yannick hat herdr-mobile-relay gezeigt. Das ist ein Open-Source-Plugin für Herdr, ein Werkzeug, das mehrere Coding-Agenten wie Claude Code oder Codex auf dem eigenen Rechner verwaltet. Das Relay bringt diese Agenten aufs Handy.
Der Pitch in einem Satz: Der Rechner zuhause arbeitet, du gibst vom Telefon aus frei.
So funktioniert es. Auf dem Mac oder Linux-Rechner läuft ein kleiner Relay-Dienst. Plugin installieren, QR-Code scannen, fertig. Das Handy zeigt alle Agenten in einer installierbaren Web-App, verschlüsselt und über mehrere Rechner hinweg. Von dort aus schickst du Prompts, beantwortest Freigaben, liest Diffs und Konversationen oder schickst ein Foto mit. Wenn ein Agent blockiert ist und auf Input wartet, kommt eine Push-Nachricht.
Yannick hat das in den Ferien genutzt. Seine privaten Projekte liefen zuhause weiter, er hat sie vom Handy aus gesteuert. Kein Laptop im Gepäck, kein VPN-Gebastel.
Das Interessante daran ist nicht die Technik. Es ist die Erkenntnis, dass Zugang zu KI vor allem eine Frage des Interfaces ist. Der Agent braucht nicht mehr Rechenleistung, sondern einen Menschen, der im richtigen Moment eine Frage beantwortet. Und der sitzt eben manchmal am Strand.
Lukas: Kraftwerk und die Agent Persona
Lukas hat die neuesten Entwicklungen von Kraftwerk gezeigt, unserer internen Plattform für KI-Agenten. Der Austausch war weniger technisch. Die Frage war eine andere: Wie muss ein Interaktionsmodell aussehen, wenn man nicht mit einem einzelnen Chatbot arbeitet, sondern mit einem Team von Agenten, über verschiedene Projekte und Workflows hinweg?
Kraftwerk hat dazu einen opinionated Ansatz. Die Agent Persona ist das zentrale Element. Jeder Agent hat einen Namen, eine Rolle und einen klaren Zuständigkeitsbereich. Im NETNODE Base Camp sind das zum Beispiel Anina für Web Analytics, Bob fürs CRM, Dora fürs Projektmanagement, Nora für den Support, Steve fürs CMS und Timo für Social-Media-Texte.
Man chattet also nicht mit "der KI". Man fragt Anina, wie viele Sessions wir gestern auf der Website hatten. Oder Dora, ob im Projekt noch Punkte offen sind.

Warum das hilft: Eine Persona macht Zuständigkeit sichtbar. Welche Daten ein Agent sieht, welche Tools er nutzen darf, was er gut kann und was nicht. Der Activity-Feed zeigt, wer wann was gemacht hat. Das ist für ein Team leichter zu verstehen als ein einzelnes Chatfenster, das alles kann und deshalb nichts klar kann.
Die Diskussion drehte sich dann um die Grenzen: Wann hilft eine Persona, und wann steht sie im Weg? Eine Antwort haben wir noch nicht. Aber die Richtung stimmt.
Tobi: Laptop-Inventar als kleine Web-App
Tobi hat eine Inventardatenbank für unsere NETNODE Laptops gebaut. Was vorher in einem Google Sheet lag, ist jetzt eine kleine Web-App.
Das Schöne daran: Der QR-Code für jedes Gerät wird direkt in der App generiert. Der Verlauf, also wer welches Gerät wann hatte, wird sauber geführt. Klein und praktisch.
Der Punkt dahinter: Mit einem KI-Dev-Workflow ist der Aufwand für ein solches internes Tool so klein geworden, dass sich das Ablösen eines Sheets plötzlich lohnt. Vor zwei Jahren hätte niemand dafür ein Projekt aufgesetzt.
Stefan: Die UX von my.netnode.ch
Stefan hat kein KI-Thema mitgebracht, sondern ein UX-Thema. Und zwar den UX-Aufbau unserer eigenen Plattform my.netnode.ch.
my.netnode.ch wird weitgehend mit einem KI-Dev-Workflow weiterentwickelt. Feature für Feature. Das geht schnell. Aber genau dabei rutscht die übergeordnete UX aus dem Fokus. Jedes Feature für sich funktioniert, das Ganze fühlt sich trotzdem nicht rund an.
Umso wichtiger ist das Herauszoomen: Interaktionsmodelle klären, Brüche finden, korrigieren. Stefan hat dazu gleich den verbesserten Prototyp mitgebracht. Den nutzen wir jetzt intern und testen die neue UX im Alltag. In Kürze geht die neue Version live.
Michi: Statistik, die man anfassen kann
Michi hat einen Prototyp gezeigt, der statistische Daten attraktiv darstellt. Das Beeindruckende: Die heutigen KI-Modelle visualisieren nicht nur schön, sie machen die Darstellung interaktiv. Filtern und reinzoomen statt nur anschauen.
Das Potential ist gross. Gerade dort, wo Zahlen erklärt werden müssen: Jahresberichte oder Kennzahlen für Kundinnen und Kunden. Eine interaktive Grafik beantwortet Fragen, die eine statische Tabelle gar nicht erst zulässt.
Fazit
Interessant an diesem Lunch & Learn: Wir haben vor allem über UX gesprochen. Über den Zugang zu KI und darüber, wie ergonomisch die Nutzung von KI ist. Nicht welches Modell besser ist, sondern wie Menschen und Agenten zusammenarbeiten, ohne dass es anstrengend wird.
Wie immer super Austausch.
Referenzen
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